Max Reger –Jubiläumsjahr 2016 in Marburg

von Ulrike Paulus-Jung

Am 11. Mai jährt sich der Todestag von Max Reger zum 100. Mal. Der katholische Komponist mit Liebe zu protestantischen Chorälen und zu Bachs Musik wurde nur 43 Jahre alt. „In Marburg war er gern zu Gast“, berichtet Martin Weyer in einem Reger- Aufsatz. Als Leiter der berühmten Meininger Hofkapelle kam Reger zwischen 1912 und 1914 jeweils im Februar hierher, um mit dem Orchester in den Stadtsälen und der Aula der Universität zu konzertieren. Dies war der Initiative von Gottlieb Braun, dem Inhaber der Elwertschen Verlagsbuchhandlung, zu danken: Die gesamte Organisation, Werbung, Kartenverkauf, Bestuhlung, Beleuchtung, Vorauszahlung der „baren Vergütung“ an die Hofkasse etc. lag in seinen Händen. Mit Sonderzügen reisten neben Konzertbesuchern auch Willingshäuser Künstler an. Der Maler Wilhelm Thielmann zeichnete den „Generalmusikdirektor Dr. Max Reger“ und dieser signierte „eifrig“ die vervielfältigten Postkarten. Weyers Text mit Details zu den Marburg-Aufenthalten, Informationen zu der an Brüchen reichen Vita Regers und zu dessen Werk und Wirkung in der damaligen musikalischen Welt ist nachzulesen unter www.stundederorgel.de. Ein Max-Reger-Schaufenster der Universitätsbuchhandlung, Reitgasse 7/9, bietet den ganzen Mai über gewissermaßen am „Tatort“ echtes Lokalkolorit.

Abb.: http://www.maxreger.info/bildbio/#
Abb.: http://www.maxreger.info/bildbio/#

Max Regers Gastspiele in Marburg und sein 100. Todestag sind Grund genug, des laut Hindemith „letzten Riesen der Musik“ durch vermehrte Aufführung seiner Kompositionen zu gedenken. Das tut u. a. die Stunde der Orgel in der Lutherischen Pfarrkirche in einer über das Jahr verteilten Reger- Reihe von zwölf Konzerten. Die erste Staffel ist schon „gelaufen“ mit einigen großen Orgelwerke Regers, gespielt von den Organisten Martin Forciniti, Jens Amend, Matthias Dreißig, Martin Weyer, Bernhard Buttmann und Ka Young Lee. Am eigentlichen Jubiläumstag, dem 11. Mai, um 18 Uhr wird Martin Weyer sechs Stükke aus op.59 und aus der zweiten Sonate op.60 spielen. Dieses Konzert – der Gedenktag fällt auf einen Mittwoch – ist in der Elisabethkirche zu hören.

Die Termine der weiteren sechs Regerkonzerte in der Lutherischen Pfarrkirche um 18 Uhr sind: 18. Juni - Peter Groß (Orgel) und Marion Clausen (Sopran), 8. Oktober - Ka Young Lee, 29. Oktober - Ekaterina Kofanova, 5. November - Jens Amend, 12. November - Andreas Hering (Klavier) und 19. November - Stephan Riekkhoff (Violoncello). Außerdem wird Martin Weyer in einem Gesprächskonzert die Komponisten Bach und Reger mit Choralbearbeitungen jeweils gleicher Texte „spiegeln“. Am Ende des Jubiläumsjahres, so Weyer, „wird kein Marburger Musikfreund mehr sagen können, er habe keine Gelegenheit gehabt, Reger zu hören“.

Editorial April 2021

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

sicher kennen auch Sie „Ostermenschen“! Ich jedenfalls bin in meinem Leben schon einigen begegnet. Manche von ihnen sind ganz tief geborgen in ihrem Glauben. Andere haben keine Angst, nicht mal vor dem Tod. Dann gibt es welche, die tragen eine Menge Besonnenheit, Zuversicht und Liebe in sich und verbreiten sie wohltuend. Andere von ihnen sind richtig fröhlich, nicht nur gespielt und aufgesetzt. Wieder andere haben Mut, sich auch gegen Widerstand für Gerechtigkeit und Wahrheit einzusetzen. Und manche haben eine Engelsgeduld – auch mit total nervigen Menschen und höchst widrigen Umständen. Und es gibt die, die ehrlich sind und dazu stehen, wenn es ihnen einmal nicht gut geht und sie Zweifel haben. Der Osterglaube trägt etwas Großes in sich. Etwas, das Menschen mit sich selbst versöhnen hilft und sie über sich hinauswachsen lässt. Anders ist es kaum zu erklären, dass das Christentum bis heute überlebt hat – bei all den furchtbaren Irrwegen, die bis heute im Namen Gottes von Christinnen und Christen eingeschlagen wurden und leider immer noch werden. In unserem Leitartikel zeigt uns unser Redaktionsmitglied Dr. Klaus Dorn auf sehr anschauliche und lehrreiche Weise, in welchen geschichtlichen Prozessen und Vorstellungswelten der Osterglaube seinen Anfang nahm. Und dabei wird auch deutlich, dass es eine bleibende Aufgabe aller Chris - tinnen und Christen ist, sich immer wieder neu um dieses Zentrum des christlichen Glaubens zu versammeln, es in zeitgemäßen, nachvollziehbaren Worten zu beschreiben und vor allem aus ihm heraus zu leben. Denn die Welt braucht „Ostermenschen“! Daneben gibt es aber in dieser KiM auch noch vieles andere zu entdecken. Möge genau für Sie etwas Lesenswertes dabei sein! Wie wir wohl in diesem Jahr die Karwoche und Ostern begehen werden? Ich hoffe, dass im Unterschied zum letzten Jahr vieles wieder möglich ist. Aber informieren Sie sich bitte rechtzeitig, was wie in ihrer Gemeinde gefeiert werden kann und wird! So oder so wünsche ich Ihnen Im Namen der Redaktion ganz gesegnete, hoffnungsvolle und gesunde Feiertage!

 

Im Namen der Redaktion grüßt Sie herzlich

 

Ihr

Christoph Seitz