KiM Dezember 2017
KiM1217_niedr Auflös.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.9 MB

Editorial Mai 2021

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

vielleicht erinnern Sie sich: Im Mai des vergangenen Jahres gab es eine „Mut-Mach-KiM“. Unter dem Schock des ersten Lockdowns, bei dem auch alle Gottesdienste verboten waren, haben viele Menschen aus unseren Gemeinden davon berichtet, was ihnen in dieser Lage Mut macht. Ein Jahr später aber stellt sich angesichts allgemeiner Erschöpfung, Dünnhäutigkeit, Ungeduld und Polarisierung mit Nachdruck die Frage: Was hat wirklich getragen in dieser Zeit, deren Ende noch nicht wirklich absehbar ist? Was ist womöglich sehr fraglich geworden? Und was hat sich vielleicht ganz neu entwickelt? Und wieder haben sich einige Menschen gefunden, die uns teilhaben lassen an ihrer ganz persönlichen „Corona-Zwischenbilanz“. Vielen Dank dafür! Und vielleicht ist da etwas dabei, was Ihnen Anregung ist für Ihr eigenes Nachdenken über all das. Ich persönlich merke, dass mich in den zurückliegenden Monaten immer öfter sehr grundsätzliche Fragen beschäftigen: die in der Pandemie sichtbar gewordenen höchst fragwürdigen Arbeitsbedingungen von so vielen Menschen im Krankenhaus oder in der Pflege zum Beispiel; oder die Situation von Kindern in prekären Lebensverhältnissen; einsame Alte und Alleinstehende; die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich – bei uns und in aller Welt. All das und noch so vieles mehr kommt ja nicht von ungefähr, war schon vor Corona da. Entspringt vielen grundsätzlichen Prämissen unseres Lebens und Wirtschaftens. Aber werden wir es wagen, entlarvte Irrwege zu verlassen und vieles einmal ganz neu zu denken und zu gestalten – in unserer Gesellschaft, global und auch in unseren Gemeinden? Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt nur ein „Weiter-wie-vor-Corona“ anstreben! Meine Hoffnung wäre, dass wir als Christinnen und Christen näher zusammenrücken – über alle Konfessions- und Gemeindegrenzen hinweg und uns noch viel stärker vernetzen mit all denen in unserer Stadt, die zum Wohle der Schwächeren und der geschundenen Natur eben nicht weiter machen wollen, wie vor Corona! Im besten Fall liegt eine kreative und erlebnisreiche Zeit vor uns mit einem deutlich gestärkten Miteinander! Viel gute Inspiration beim Lesen dieser KiM wünscht Ihnen im Namen der ganzen Redaktion

 

Ihr

Christoph Seitz