Editorial März 2019

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

bei wichtigen Entscheidungen kann es hilfreich sein, sich im Vorfeld ein Bild zu machen: ein Bild von der Lage, von den Umständen, von der Situation, von den Menschen, mit denen man es zu tun hat oder haben könnte. Ist die Wohnung, die ich mieten möchte, wirklich so, wie in der Anzeige beschrieben? Ist der Bewerber für die freie Stelle wirklich der, als der er sich im Bewerbungsschreiben darstellt? Entspricht das Auto, das mir zum Kauf angeboten wird, wirklich meinem Bedarf? Und wo wir schon einmal beim Auto sind: Wie ist das mit dem Feinstaub, dem Diesel, den Grenzwerten, den Fahrverboten? Wenn ich dazu eine Haltung gewinnen will, muss ich mir ein Bild machen. Und das heißt: Ich muss mich einlesen in die verschiedenen Positionen, die es dazu gibt. Ich muss mich möglichst breit informieren. Und im Grunde gilt das für alle strittigen Fragen unserer Zeit. Und auch für manche öffentlich vorgetragene Kritik an Kirche und Glauben. Wer nicht nur nachsprechen will, was die lauten Meinungsmacher sagen oder schreiben, muss sich ein eigenes Bild machen. Und das kostet auch ein bisschen Mühe, kann aber sehr erhellend sein! Mit dem Themenartikel dieser KiM werfen wir (nach der Mai Ausgabe im vergangenen Jahr) einen zweiten Blick auf die uns Westeuropäern weitgehend unbekannte und manchmal auch fremd anmutende russisch-orthodoxe Kirche. Professor Dr. Karl Pinggéra führt uns hinein in die Bedeutung, die Ikonen, also bildliche Darstellungen Gottes und der Heiligen in dieser Kirche haben. So können wir uns ein erstes Bild machen vom religiös motivierten Bildermachen. Und wer darüber hinaus ein differenzierteres Bild erlangen möchte vom kirchlichen Leben in Marburg, hat mit dieser KiM wieder eine gute Quelle zur Hand. Ob das eigene Bild aber tatsächlich stimmt, lässt sich wohl nur dann nachprüfen, wenn man an der ein oder anderen Veranstaltung auch wirklich teilnimmt. Dazu sind Sie herzlich eingeladen! Viel Freude beim Lesen dieser KiM wünscht Ihnen im Namen der Redaktion

  

Ihr

Christoph Seitz