Neue Orte und vertraute Gesichter

Von Ines Dietrich

Katrin Schindehütte vor ihrem neuen Gemeindebüro. (Foto: Ines Dietrich)
Katrin Schindehütte vor ihrem neuen Gemeindebüro. (Foto: Ines Dietrich)

Vieles ist neu für Katrin Schindehütte, die seit November Pfarrerin in der Markuskirche ist. Bisher stand das wissenschaftliche Arbeiten im Vordergrund, galt es doch, ihre Dissertation fertig zu stellen. Das ist geschafft und Katrin Schindehütte genießt die vielen Begegnungen, die das Leben als Gemeindepfarrerin mit sich bringt: „Man trifft jeden Tag neue Leute, das ist sehr erfüllend im Pfarramt.“ Sie freue sich, sagt sie, dass der Kirchenvorstand sich darauf eingelassen hat, „eine Anfängerin einzustellen“ und werde in der Marbach mit viel Offenheit begrüßt. So ganz stimmt das mit der Anfängerin nicht – schließlich hat Katrin Schindehütte in der Matthäuskirche ihr Vikariat gemacht: „Es gibt immer wieder vertraute Gesichter, das finde ich schön!“ Schön findet Katrin Schindehütte auch das „Kerngeschäft“, wie sie es nennt: Die Gestaltung von Gottesdiensten und die Zusammenarbeit mit den „tollen Mitarbeitern“. Sie freut sich darauf, Traditionen wie den Friedensweg fortzuführen und nach und nach eigene Schwerpunkte zu entwickeln.

Oliver Henke hat den Arbeitsplatz gewechselt. (Foto: Ines Dietrich)
Oliver Henke hat den Arbeitsplatz gewechselt. (Foto: Ines Dietrich)

Ihr Vorgänger ist ebenfalls innerhalb der Stadt zu neuen Ufern aufgebrochen. „Ich mag Beton!“, sagt Oliver Henke lächelnd, wenn er auf „sein“ neues Gemeindezentrum angesprochen wird. Es unterscheidet sich einiges im „Pfarrbezirk Zwei“ von der Markuskirchengemeinde in der Marbach – nicht nur die Architektur. Der Richtsberg ist ein besonderer Ort, geprägt vom interkulturellen Miteinander und von sozialen Herausforderungen. Es gebe viele Vorurteile, die sich rund um den Richtsberg ranken, weiß Henke: „Den Menschen hier wird viel Unrecht getan.“ Ihm werde, sagt Oliver Henke, viel Offenheit und Freundlichkeit entgegengebracht und viele Gemeindemitglieder hätten sehr deutlich ihre Freude darüber gezeigt, dass er als neuer Pfarrer herkommt. Oliver Henke freut sich auf seine neue Aufgabe: „Ich finde den Stadtteil hier faszinierend! Die Menschen tun so viel, um miteinander auszukommen – das müssen sie auch, weil hier viele verschiedene Sprachen, Kulturen und Religionen vereint sind.“

Katharina Zinnkann in der Emmauskirche. (Foto: Ines Dietrich)
Katharina Zinnkann in der Emmauskirche. (Foto: Ines Dietrich)

Die zweite Pfarrstelle am Richtsberg ist mit Katharina Zinnkann ebenfalls zeitgleich neu besetzt worden. Auch sie freut sich auf ihren neuen Arbeitsplatz: „Man merkt, die Leute hier haben eine eigene Identität. Sie sind offen, vorurteilsfrei und direkt – ich glaube, das ist typisch für die Richtsberger und das liegt mir! Ich bin sehr zufrieden, hier zu sein!“ Am Richtsberg, sagt die Pfarrerin, „ziehen alle an einem Strang“ – und da will Katharina Zinnkann gerne mitmachen. Sie hat entdeckt, dass viele Kreise und Initiativen auch in der Vakanzzeit ganz gut liefen – für Katharina Zinnkann ein Beleg für ein funktionierendes, lebendiges Gemeindesystem. Sie möchte gerne die Kindertagesstätte als ein Schwerpunktthema sehen und sich darüber hinaus natürlich gemeinsam mit ihrem Kollegen Oliver Henke allen Themen stellen, die in der Emmaus- und Thomaskirche wichtig sind. Der interreligiöse Dialog beispielsweise ist für beide ein neuer und wesentlicher Teil ihrer Arbeit, auf die sie gespannt sind: „Es ist wichtig, die Unterschiede zu sehen, aber auch den gemeinsamen Nenner und den konstruktiv nutzen zu können“, bringt Henke es auf den Punkt.

Editorial Januar/Februar 2018

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Marie Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

wenn man sich Anfang Januar auf eines verlassen kann, dann ist es die Tatsache, dass nahezu alle (Frauen-) Zeitschriften eine neue Diät anpreisen. In der Regel dieselben Zeitschriften, die uns in all den Monaten davor überschüttet haben mit den neusten Plätzchenrezepten und allerlei Empfehlungen für opulente Festtagsmenüs. So treibt man die Leserschaft erst in die eine Richtung und dann wieder genau in die andere. Und alle laufen mit. Es ist schon faszinierend, wie viele Menschen sich auf dem Weg ins neue Jahr vornehmen, weniger zu essen und zu trinken und sich mehr zu bewegen. Sicher auch ein sinniger Gedanke, wenn der Hosenknopf plötzlich nicht mehr ganz so einfach zuzukriegen ist. Und doch frage ich mich: Kann man nicht einfach mal richtig feiern mit allem drum und dran ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben? Kann man nicht einfach mal mit ein, zwei Weihnachts- und Silvesterkilos mehr ins neue Jahr gehen, ohne gleich in Weltuntergangsstimmung zu geraten? Vielleicht ist das entscheidende Problem an der ganzen Sache ja gar nicht, dass es Festzeiten im Jahr gibt, an denen man aus dem Vollen schöpft, genießt, es sich gut gehen lässt. Solche Festzeiten hat es schon immer gegeben und es gibt sie in allen Kulturen und Religionen. Vielleicht ist das Problem eher das, dass wir im Grunde das ganze Jahr über festlich essen und trinken, weil alles jederzeit und überall im Überfluss zur Verfügung steht, gleichzeitig aber einem Schönheitsideal huldigen, das kein Fettröllchen an der Hüfte duldet. Mit unserem Themenartikel in der ersten KiM des Jahres 2018 fragt unsere stellvertretende Chefredakteurin Eva Gottschaldt nach den Maßstäben unserer Gesellschaft in Sachen Essen, Trinken, Gesundheit, Fitness und Schönheit, die uns vom alten ins neue Jahr begleiten – ob wir wollen oder nicht. Mit denen wir uns aber kritisch auseinandersetzen können – vielleicht auch müssen, um wieder unbeschwerter feiern und genießen, aber auch fröhlicher und gelassener verzichten zu können. Eine anregende KiM-Lektüre und einen guten Start in ein gesegnetes Jahr 2018 wünscht Ihnen im Namen der Redaktion

  

Ihr

Christoph Seitz