Die evangelischen Kindertagesstätten zeigen sich bunt und informativ im Internet

Von Ines Dietrich

Stefanie Piller, Birte Schlesselmann (v.l.) und Ralf Hartmann freuen sich über den neuen Internetauftritt. Foto: Ines Dietrich
Stefanie Piller, Birte Schlesselmann (v.l.) und Ralf Hartmann freuen sich über den neuen Internetauftritt. Foto: Ines Dietrich

Mit frenetischem Beifall wurde im Technologie- und Tagunszentrum die neue Hompage www.kitas-marburg.de  der Evangelischen Kindertagesstätten des Gesamtverbandes gefeiert. Präsentiert wurde der bunte und informative Internetauftritt während des Neujahrs - empfang für alle Beschäftigten der evangelischen Kitas. „Wir sind total zufrieden!“, sagte Stefanie Piller, Leiterin des Julienstifts, die in der Arbeitsgruppe gemeinsam mit Kolleginnen, Pfarrern, Eltern, Vertretern des Gesamtverbandes und Birte Schlesselmann, der Beauftragten der Kindertagesstätten, an dem ehrgeizigen Projekt gearbeitet hat. Fällig war ein eigener Auftritt im Internet schon lange: „Wir wollen deutlich erkennbar sein“, sagte Birte Schlesselmann. Bisher waren die einzelnen Kindertagesstätten eher versteckt auf den Seiten der einzelnen Kirchengemeinden zu finden. „Der Gesamtverband hat rund 15.000 Euro in die Hand genommen“, sagte Pfarrer Ralf Hartmann und freute sich: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen!“ Auch die Erzieherinnen und Erzieher, die das Werk erstmals anschauen konnten, waren beeindruckt von den hervorragenden Fotos, dem neuen, übergeordneten Logo, von der Frische und Lebendigkeit und vor allem von der klar strukturierten Homepage. Dass der Weg dorthin nicht ohne Mühen war, erzählte Birte Schlesselmann sehr anschaulich und lobte die konstruktive Zusammenarbeit und die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten während des Entstehungsprozesses, während dem immerhin 140 Seiten gefüllt werden mussten. Zufrieden zeigten sich auch Dekan Burk - hard zur Nieden: „Wir müssen uns und unsere Arbeit wirklich nicht verstecken“ und der stellvertretender Amtsleiter des Kirchenkreisamtes Heiko Manz: „Die gute Arbeit hat es verdient, professionell präsentiert zu werden!“ Trotz Internetauftritt und Download-Möglichkeiten soll aber eines auf jeden Fall bestehen bleiben – der persönliche Kontakt zu Eltern und Kindern. Deshalb gibt es auch keine Online- Anmeldung. „Das machen wir nach wie vor in jeder einzelnen Einrichtung von Angesicht zu Angesicht!“, sagte Birte Schlesselmann.

„Wenn dein Kind dich morgen fragt …“

Religionspädagogische und sprachliche Bildung in den evangelischen Kindertagesstätten

Von Karl-Günter Balzer und Ines Dietrich

Zu Beginn gestaltete Pfarrer Ralf Hartmann (vorne links) eine Andacht.  Foto: Karl-Günter Balzer
Zu Beginn gestaltete Pfarrer Ralf Hartmann (vorne links) eine Andacht. Foto: Karl-Günter Balzer

„Wieso? Weshalb? Warum?“ Wenn Kinder fragen, kann das für Erwachsene ganz schön schwierig werden. Und wenn Kinder nach Gott fragen, dann geraten manche Erwachsene ins Stottern. In den Kindertagesstätten des Evangelischen Gesamtverbandes Marburg sollen Kinder gute Antworten aus einem gebildeten und gelebten Glauben heraus erhalten. Dazu soll es in den nächsten beiden Jahren besondere Weiterbildungen geben. Pfarrer Ralf Hartmann traf mit den Ankündigungen des Bildungsprogrammes auf die Zustimmung der Erzieherinnen und Erzieher, die in den evangelischen Kindertagesstätten im Stadtgebiet Marburgs arbeiten. 160 Mitarbeitende waren zum Neujahrsempfang in den großen Saal des Softwarecenters gekommen. Hartmann begrüßte sie mit dem Satz: „Heute stehen Sie im Mittelpunkt. Wir wollen Ihnen danken!“ Er lobte das Engagement der Anwesenden, die in zehn Einrichtungen über 700 Kinder betreuen, und lud zum üppigen Frühstück und zu entspannten Gesprächen ein. Dem Dank schlossen sich Birte Schlesselmann und Heiko Manz an. Schlesselmann als Beauftragte des Gesamtverbandes würdigte die anwesenden Erzieherinnen und Erzieher für das hohe pädagogische Niveau beim Umgang mit den Kindern. Dass es im zurückliegenden Jahr in den einzelnen Teams eine intensive Arbeit am Qualitätsmanagement und den Konzeptionen der Kindertagesstätten gegeben hat, fand ihr ausdrückliches Lob. Diese Arbeit werde weitergehen. Schlesselmann kündigte für das kommende Jahr an, dass sich die Mitarbeitenden verstärkt der sprachlichen Bildung der Kinder widmen wollen. „Offensichtlich sind wir ein Arbeitgeber, bei dem man gerne bleibt“, stellte Heiko Manz fest. Der Geschäftsführer des Gesamtverbandes spielte dabei auf die zahlreichen Dienstjubiläen im vergangenen Jahr an, zu denen er als Vorgesetzter gratulieren konnte. Auch Manz würdigte die Mitarbeiter in den Einrichtungen, die auch Umbauphasen in einzelnen Kindertagesstätten mit Bravour gemeistert hätten.

Editorial April 2020

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

damit hat niemand gerechnet. Die April-KiM war so gut wie fertig. Und dann kam die Corona- Pandemie mit Macht. Und von einem Tag auf den anderen waren große Teile der April-KiM Makulatur. Das kirchliche Leben steht mindestens den ganzen April über weitestgehend still. Wir haben deswegen die KiM in großen Teilen neu gemacht. Nahezu alle Gottesdienstunden Veranstaltungs-ankündigungen sind rausgeflogen. Dafür gibt es etwas mehr zu lesen. Ist ja auch nicht schlecht, wenn man ohnehin nicht viel unternehmen kann. Und bei den Veranstaltungen, die jetzt noch in dieser KiM stehen, sollten Sie bei den Veranstaltern nachfragen, ob sie wirklich stattfinden. An unserem Heftthema aber haben wir festgehalten, weil es uns auch nach Corona intensiv beschäftigen wird und muss! Der Klimawandel und seine Folgen war ja bis Corona das Thema schlechthin. Der Protest vor allem junger Menschen hat viele wachgerüttelt. Auch viele Ältere, die mit diesen Fragen schon vor langer Zeit sehr ernsthaft beschäftigt waren. Denn bereits in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben Wissenschaftler vor den Folgen eines stetig zunehmenden CO2 Ausstoßes gewarnt, die wir in unseren Tagen jetzt immer deutlicher sehen und spüren. Der Klimawandel ist also nicht erst jetzt „in aller Munde“. Unendlich viel ist darüber schon geschrieben und diskutiert worden. Es gab in den vergangenen 50 Jahren jede Menge große Demonstrationen und Konferenzen. Zahlreiche Menschen haben neue Lebenskonzepte ausprobiert mit nachhaltigem Konsum und mehr Achtsamkeit für Tiere, Bäume und Pflanzen. Doch wirklich geändert hat sich an der Gesamtlage bisher (noch) nicht viel. Wahrscheinlich muss da erst etwas sehr Grundsätzliches in den Herzen passieren. Viele Menschen haben sich über die Jahrhunderte – oft von Religion und Theologie bestärkt – emotional und spirituell von den Mitgeschöpfen entfremdet. Darauf macht Bernd Kappes aufmerksam in seinem kenntnisreichen Artikel, der vor einigen Monaten bereits erschienen ist in der überaus lesenswerten Zeitung „Publik Forum“. Er analysiert die Lage nüchtern und votiert für eine „Grüne Reformation“, die den Menschen in eine neue Beziehung zu allen seinen Mitgeschöpfen bringen könnte. Ein wichtiger Aspekt in einer der ganz zentralen Fragen unserer Zeit. Und was gibt es noch zu lesen in dieser KiM? Ein berührender, aufrüttelnder Bericht eines Seenotretters zum Beispiel, oder etwas zu den kirchlichen Reaktionen auf das Sterbehilfe- Urteil des BGH. Auch der Todestag Dietrich Bonhoeffers wird in den Blick genommen. Und natürlich auch Ostern, das wir alle in diesem Jahr anders feiern werden als jemals zuvor. Sie werden sicher etwas Interessantes finden! Viel Freude beim Stöbern und in diesem Jahr in all der Angst und Verunsicherung ein besonders freudvolles und gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen im Namen der Redaktion

  

Ihr

Christoph Seitz