Aufnahme von Flüchtlingen ist Auftrag christlichen Handelns

Resolution der Landessynode zur aktuellen Flüchtlingssituation

Morschen (medio). In einer Resolution zur aktuellen Flüchtlingssituation hat sich die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eindeutig zur Aufnahme von Flüchtlingen positioniert. So heißt es wörtlich: „Für die Aufnahme von Flüchtlingen mit Wort und Tat zu sorgen, ist Auftrag christlichen Handelns.“ Vorerst eine Million Euro zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements In der Verlautbarung wird gewürdigt, dass sich bereits seit vielen Monaten viele Haupt und Ehrenamtliche für die Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen engagierten. Diese setzten sich für eine Willlkommenskultur ein und stellten sich fremdenfeindlichen Angriffen entgegen. „Sie geben damit ein lebendiges öffentliches Zeugnis christlicher Nächstenliebe.“ Um dieses vielfältige Engagement in den Gemeinden und in der Diakonie zu fördern, hat die Landessynode beschlossen, vorerst eine Million Euro zur Verfügung zu stellen. Gemeinden sollen in ihrem Engagement nicht nachlassen Die Landessynode bittet die Gemeinden, „in ihrem Engagement für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen nicht nachzulassen“. Dies könne unter anderem bedeuten, dass in den Gemeinden Unterkünfte für Flüchtlinge bereitgestellt würden. Das könne weiterhin heißen, dass in Gottesdiensten oder bei anderen Veranstaltungen über die Ursachen von Flucht und Vertreibung aufgeklärt und interkulturelle und interreligiöse Lernprozesse gefördert würden. Flüchtlingsarbeit im Bildungsbereich soll gestärkt werden Ebenfalls spricht sich die Landessynode für eine Stärkung der Flüchtlingsarbeit im Bildungsbereich aus. Sie bittet den Rat der Landeskirche, dafür einzutreten, dass die Tageseinrichtungen für Kinder bei der Aufgabe der Integration von Kindern aus Flüchtlingsfamilien unterstützt werden, dass Schulpfarrer und -pfarrerinnen ein Stundenkontingent für die Arbeit mit Flüchtlingen erhalten und dass in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen Plätze zur Beschulung und zur Qualifikation von Flüchtlingen bereitgestellt werden. (26.11.2015)

Editorial Januar/Februar 2021

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

da rast ein 51-jähriger angetrunken mit seinem SUV durch die Fußgängerzone in Trier und tötet fünf Menschen, darunter ein kleines Baby, und verletzt viele weitere schwer. Oder ein 43-jähriger aus Bergisch Gladbach missbraucht immer wieder seine 2017 geborene Tochter und verbreitet auch noch die davon gemachten Filmaufnahmen im Internet. Nur zwei Beispiele für unvorstellbar grausame Straftaten aus der jüngeren Vergangenheit, die viele Menschen in unserem Land aufgewühlt und bewegt haben. Leider passieren jeden Tag auf unserer Welt solche und ähnlich grausigen und unmenschlichen Verbrechen – oft unentdeckt, oft ungesühnt und in kriegerischen Auseinandersetzungen manchmal sogar einkalkuliert. Aber selbst bei den Verbrechen, die ermittelt und verhandelt und rechtskräftig verurteilt werden, stellt sich immer wieder neu die Frage: Gibt es Schuld, die so groß ist, dass sie nicht zu sühnen ist, mit keiner Strafe der Welt? Oder gilt für jede und jeden die Möglichkeit der Vergebung, des Neuanfangs? Detlef Sturhahn-Betsch, der Autor unseres Titelthemas, arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Psychologiedirektor im Erwachsenenvollzug der JVA Schwalmstadt und ist hier in Marburg immer noch in der Bewährungshilfe mit dem Schwerpunkt Sexualdelikte tätig. Er ist mitten drin in all diesen Fragen und nimmt uns hinein in seine an der Berufspraxis gereiften Überlegungen. Eine zweite Chance zu bekommen, neu anfangen zu dürfen, gerade auch dann, wenn man Dinge nicht gut oder ganz falsch gemacht hat, ist eine wunderbare und befreiende Erfahrung, die Menschen einander schenken können. Es ist auch die Kernbotschaft des Evangeliums. Ich wünsche sie jeder und jedem von Ihnen, besonders jetzt an der Schwelle zum neuen Jahr. Und ich verbinde diesen Wunsch mit dem Dank an Sie, unsere treuen Leserinnen und Leser. Und an all die von Ihnen, die unsere Arbeit mit einer Spende oder dem Schalten einer Anzeige unterstützen und/oder uns beschenken mit guten Artikeln und Berichten und all den Daten des reichen kirchlichen Lebens in unserer Stadt. Im Namen der Redaktion wünsche ich Ihnen ein hoffnungsvolles und gesegnetes Jahr 2021!

 

In herzlicher Verbundenheit 

 

Ihr

Christoph Seitz