Aufnahme von Flüchtlingen ist Auftrag christlichen Handelns

Resolution der Landessynode zur aktuellen Flüchtlingssituation

Morschen (medio). In einer Resolution zur aktuellen Flüchtlingssituation hat sich die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eindeutig zur Aufnahme von Flüchtlingen positioniert. So heißt es wörtlich: „Für die Aufnahme von Flüchtlingen mit Wort und Tat zu sorgen, ist Auftrag christlichen Handelns.“ Vorerst eine Million Euro zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements In der Verlautbarung wird gewürdigt, dass sich bereits seit vielen Monaten viele Haupt und Ehrenamtliche für die Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen engagierten. Diese setzten sich für eine Willlkommenskultur ein und stellten sich fremdenfeindlichen Angriffen entgegen. „Sie geben damit ein lebendiges öffentliches Zeugnis christlicher Nächstenliebe.“ Um dieses vielfältige Engagement in den Gemeinden und in der Diakonie zu fördern, hat die Landessynode beschlossen, vorerst eine Million Euro zur Verfügung zu stellen. Gemeinden sollen in ihrem Engagement nicht nachlassen Die Landessynode bittet die Gemeinden, „in ihrem Engagement für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen nicht nachzulassen“. Dies könne unter anderem bedeuten, dass in den Gemeinden Unterkünfte für Flüchtlinge bereitgestellt würden. Das könne weiterhin heißen, dass in Gottesdiensten oder bei anderen Veranstaltungen über die Ursachen von Flucht und Vertreibung aufgeklärt und interkulturelle und interreligiöse Lernprozesse gefördert würden. Flüchtlingsarbeit im Bildungsbereich soll gestärkt werden Ebenfalls spricht sich die Landessynode für eine Stärkung der Flüchtlingsarbeit im Bildungsbereich aus. Sie bittet den Rat der Landeskirche, dafür einzutreten, dass die Tageseinrichtungen für Kinder bei der Aufgabe der Integration von Kindern aus Flüchtlingsfamilien unterstützt werden, dass Schulpfarrer und -pfarrerinnen ein Stundenkontingent für die Arbeit mit Flüchtlingen erhalten und dass in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen Plätze zur Beschulung und zur Qualifikation von Flüchtlingen bereitgestellt werden. (26.11.2015)

Editorial Juli 2020

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

 

etwa 16.000 Wörter sprechen wir durchschnittlich an jedem Tag. Und dabei gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Frauen und Männern, wie neueste Untersuchungen festgestellt haben. 16.000 Wörter ist eine ganze Menge. Eine Menge von Möglichkeiten. Denn mit nur ganz wenigen Worten kann man einen Menschen glücklich machen und auferbauen oder ihn zutiefst verletzten und demütigen. Schade ist es, dass es uns Menschen offenbar leichter fällt, Personen und Situationen mit kritischen, negativen, defizitären Gedanken und Worten zu bedenken als mit lobenden, wertschätzenden. Leserbriefe und Telefonate erreichen beispielsweise uns als KiM-Redaktion meist nur dann, wenn jemand etwas auszusetzen hat an einem bestimmten Text oder Bild. Richtig bedenklich wird die Sache aber, wenn Sprache gezielt und sehr bewusst benutzt wird, um Stimmung zu machen, um Menschen gegeneinander aufzustacheln, um zu manipulieren, um egoistische Ziele durchzusetzen, um Andersdenkende herunter zu machen. Das hat es schon immer gegeben. Und die Nazis haben seinerzeit diesen Missbrauch von Sprache auf perverse, teuflische Art und Weise „perfektioniert“. Viele Populisten unserer Tage schließen nahtlos daran an. Ob sie nun Trump heißen oder Höcke oder Bolsonaro oder, oder, oder. Immer öfter wird mit Worten Schindluder getrieben und Gewalt ausgeübt. Auch im Netz. Und das meist feige, da anonym. Auch von ganz „normalen“ Menschen. Schlimm ist das – vor allem für die, die verletzt, gedemütigt, ausgegrenzt und diffamiert werden. Es wird Zeit, – so unser Gedanke bei den Planungen für diese KiM – diesem Missbrauch von Sprache und Worten etwas entgegenzusetzen. Wolfgang Sutter tut dies dankenswerterweise mit seinem hilfreichen Themenartikel zur gewaltfreien Kommunikation. Er zeigt einen Weg auf, wie auch schwierige aber notwendige Auseinandersetzungen unserer Tage wesentlich produktiver und menschenfreundlicher geführt und einer Lösung zugeführt werden könnten. Daneben gibt es aber auch noch viel anderes Interessantes und Wissenswertes in dieser KiM zu entdecken. Viel Freude dabei! Einen wunderschönen Sommer mit viel Erholung für Leib und Seele wünscht Ihnen im Namen der Redaktion

 

 

Ihr

Christoph Seitz