Leben, als ob es Gott gibt

Anregungen für die Fastenzeit

Kein Fernsehen, auf Alkohol verzichten oder auf Süßigkeiten, das sind fast schon Klassiker in der siebenwöchigen Fastenzeit. Doch der Kreativität bei Fastenvorhaben sind kaum Grenzen gesetzt. Der ökumenische Verein „Andere Zeiten“ – bekannt durch den Adventskalender „Der andere Advent“ – bietet in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern Fas tenbriefe an, die den Mitfastenden wöchentlich gegen eine Gebühr von insgesamt 9,50 Euro zugeschickt werden. Außerdem unterhält er im Internet ein Fastenforum, in dem sich Menschen auf dem Weg in Richtung Ostern austauschen können. Mit Ideen für die Fastenzeit kennen sie sich bei „Andere Zeiten“ also aus. Redakteurin Iris Macke hat für uns ungewöhnliche Fastenvorhaben gesammelt, vielleicht auch als Anregung für Sie:
– Aufs Handy verzichten
– Nicht immer das letzte Wort haben
– Lächeln
– Weniger urteilen
– Täglich 15 Minuten auf die Stille hören
– Kein Radio nebenbei laufen lassen
– Abends für drei Dinge danken
– Das Lukasevangelium lesen
– Wasser statt Saft und Softdrinks trinken
– Täglich einem Obdachlosen Geld geben
– Gemeinsam mit anderen essen
– Fair gehandelten Kaffee trinken
– Ja sagen
– Keinen „Coffee to go“ kaufen
– Nicht fluchen
– Selber Brot backen
– Vor Mitternacht schlafen
– Kein Auto benutzen
– Müll vermeiden
– Ein vergessenes Hobby wieder aufnehmen
– Sport treiben
– Andere loben
– Sich eine halbe Stunde Zeit für einen Menschen nehmen
– Bioprodukte kaufen
– Einmal am Tag etwas Mutiges tun
– Keine Lebensmittel wegwerfen
– Auf Fleisch verzichten
– Den Tag mit einem Lied beginnen
– Sich jeden Tag von etwas Überflüssigem trennen
– Nein sagen lernen
– Auf Ebay verzichten
– Leben, als ob es Gott gibt

Olaf Dellit
Internet: www.anderezeiten.de

Editorial Juni 2019

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in den letzten Jahren haben wir uns nicht gescheut, auch einmal schwierige Themen in der KiM zu beleuchten. Das Thema dieser Ausgabe: „Missbrauch in der Kirche“ ist allerdings ein besonders heikles. Denn dabei geht es um das höchste Gut, das wir in unseren christlichen Gemeinden und Gruppen haben: Vertrauen. Es ist furchtbar, dass es in der Vergangenheit immer wieder geschehen konnte, dass vor allem Kinder und Jugendliche in christlichen Gruppen und kirchlichen Einrichtungen Opfer sexueller Gewalt wurden – leider immer wieder auch durch haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitende, denen sie vertraut haben oder von denen sie abhängig waren. Und es ist eine Schande, dass vieles, was da geschehen ist, oft jahrzehntelang vertuscht oder bagatellisiert wurde. Nicht nur wir in der KiM-Redaktion sind überzeugt, dass damit jetzt ein für allemal Schluss sein muss! Auch wenn „Missbrauch“ ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, von dem mindestens in gleicher Heftigkeit und Häufigkeit auch Vereine, Schulen und vor allem zahlreiche äußerlich ganz normale Familien betroffen sind, braucht es neue Ansätze und Impulse im Umgang mit diesem Thema – gerade auch um der Opfer willen! Und alle christlichen Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen sollten dabei beispielhaft vorangehen! Uns hat interessiert, wie in Marburgs Kirchenlandschaft über all diese Dinge nachgedacht wird und was (vielleicht längst) konkret geschieht. Unsere Redaktionsassistentin Ines Dietrich hat in diesem Zusammenhang interessante und wissenswerte Einblicke zusammengetragen. Und einen weiteren Impuls zu diesem Themenfeld hat dankenswerter Weise der bekannte katholische Theologe und psychologische Psychotherapeut Wunibald Müller unter der Fragestellung: „Was ist Pädophilie?“ beigesteuert.

 

Alles keine leichte Lese-Kost, aber in unseren Augen wichtig und notwendig!

 

Im Namen der Redaktion grüßt Sie herzlich

  

Ihr

Christoph Seitz