Bibel in Eisen

Bild: Bibel in Eisen
Philipp Soldan, Gesetz und Gnade, Stirnseite eines Ofens aus dem Schloss Spangenberg, gegossen 1548, Hütte des Klosters Haina, Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg. Foto: © Bildarchiv Foto Marburg/Horst Fenchel

In verschiedenen Themenjahren wird zurzeit das Reformationsjubiläum vorbereitet. 2015 stand unter dem Motto „Reformation – Bild und Bibel“. Aus diesem Anlass zeigt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität bis zum 10.4. im Landgrafenschloss eine Auswahl biblischer Darstellungen auf gusseisernen Ofenplatten des 16. Jahrhunderts. Gusseiserne Öfen gibt es seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Sie wurden zunächst mit Ornamenten, Wappen oder Heiligenfiguren dekoriert. Das Bildprogramm änderte sich entscheidend mit der Reformation: Es kamen biblische Darstellungen hinzu. Diese „Bibelöfen“ kamen vor allem aus Hessen, führend waren die Hütten des ehemaligen Klosters in Haina. Die Beliebtheit der Öfen im lutherischen Hessen ist kein Zufall. Martin Luther wünschte, dass die Geschichten der Bibel in Stuben und Kammern gemalt werden sollen, damit man Gottes Werk und Wort überall und jederzeit vor Augen hätte. Die Öfen waren auch über Hessen hinaus gefragt – und nicht nur in protestantischen Territorien, denn die Mehrzahl der Motive war weder eindeutig evangelisch noch katholisch. Zudem wirkte hier mit Philipp Soldan aus Frankenberg ein besonders begabter Formschneider, dessen Bildsprache noch lange für die Schaffung neuer Öfen prägend blieb. Zu den wichtigsten Darstellungen Soldans zählt diese „Gesetz und Gnade“-Tafel, ein Lehrbild, das die neue Lehre Luthers leichter verständlich machen sollte. Es veranschaulicht den Weg zum rechten Glauben an den auferstandenen Christus, denn nur durch ihn und die Gnade Gottes, so Luther, kann der Mensch das Heil erlangen.

Editorial August/September 2021

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

vieles weiß man dann erst wieder richtig zu schätzen, wenn man es eine Zeit lang entbehren musste. Die Fahrt in den Urlaub zum Beispiel. Oder das gemeinsame Essen in einem Restaurant. Kino, Theater, Konzerte, Sport, Treffen mit Freundinnen und Freunden – herrlich, wenn das lange Entbehrte endlich wieder möglich ist. Und das gilt natürlich auch für das Singen: in Chören oder einfach nur gemeinsam in einem Gottesdienst. Lange Monate durfte in unseren Kirchen und Gemeindehäusern nicht gesungen werden. Lediglich Mitsummen und Mitlesen der Texte war möglich. Oder Zuhören: der Solosängerin, dem Solosänger – live oder aus der Konserve. Aber das ist nicht das Gleiche. Das Lied, das ich laut singe, klingt in meinem ganzen Körper mit. Auch inhaltlich. Liedtexte werden im eigenen Singen lebendig, entfalten Kraft, beginnen, in die aktuelle Lebenssituation zu sprechen. Probieren Sie es aus, wenn Sie es nicht kennen. Es ist wie beim Beten: das Singen verändert zuallererst die, die es tun! In dieser KiM erzählen viele Menschen von ihrem kirchlichen Lieblingslied. Wie es das wurde, was es für sie bedeutet. Danke dafür! Vielleicht eine Anregung, selbst mal wieder das Gesangbuch durchzublättern. Am bes - ten auch mal die neueren Ausgaben. Da gibt es manches zu entdecken! Und dann auch zu singen! Daheim, in einer Kirche, vielleicht auch irgendwo in den Bergen oder am Strand – allein oder mit anderen zusammen! Und vollkommen egal, ob ich besonders musikalisch bin oder total unmusikalisch: Singen tut gut! Wir schicken Sie mit diesen Lieblingslied-Gedanken und vielen weiteren interessanten Informationen und Berichten in einen hoffentlich ganz erholsamen Sommer!

 

Im Namen der Redaktion grüßt Sie herzlich

 

Ihr

Christoph Seitz