Satt ist nicht genug!

Die 57. Aktion Brot für die Welt, die am 1. Advent 2015 eröffnet wird, steht unter dem Motto „Satt ist nicht genug – Zukunft braucht gesunde Ernährung“. Damit will das Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland auf die Ursachen für Mangelernährung aufmerksam machen. Fast jedem dritten Menschen auf der Welt fehlen lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe, so Brot für die Welt. Kinder, die sich nicht ausgewogen ernähren können, seien in ihrer Entwicklung körperlich und geistig beeinträchtigt. Eine Ursache für Mangelernährung sei der weltweite Verlust an natürlicher Artenvielfalt. Brot für die Welt möchte den Erhalt und die Wiederbelebung alter und nährstoffreicher Kulturpflanzen wie zum Beispiel Quinoa oder alte Reis- und Hirsesorten fördern und den Aufbau dörflicher Saatgutbanken unterstützen.

Editorial Juni 2018

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in diesem Heft geht es um etwas, das uns allen in die Wiege gelegt wurde: das Gewissen. Was genau aber ist das, dieses Gewissen, das bei manchen Menschen so überempfindlich ist, während andere kaum von ihm „gebissen werden“? Hat es womöglich etwas mit Gott zu tun? Und welche Rolle spielt es oder besser: sollte/könnte es spielen in wichtigen Entscheidungssituationen? Zentrale Fragen unseres Menschseins, auf die in diesem Heft drei Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln schauen. Wie ungemein wichtig dieses Thema ist, wird sofort deutlich, wenn wir uns vergegenwärtigen, was passiert, wenn Gewissenlosigkeit Raum greift. Wenn Menschen z.B. gewissenlos wirtschaften, konsumieren, Ressourcen verbrauchen. Das (in diesem Heft auch thematisierte) Problem der weltweiten Verschmutzung der Meere und Flüsse durch Plastikmüll hat im gewissenlosen Wirtschaften und Konsumieren eine wesentliche Ursache und sicher auch viele der aktuellen Flüchtlingsströme, Hungerkatastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Gewissenloses Reden und Handeln bedroht menschliches Leben und unsere Gemeinschaft. Auch gewissenlose Politik. Oder ist es etwa nicht gewissenlos, wenn unsere Regierung in großem Umfang Rüstungslieferungen genehmigt in Länder, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden? Oder wenn eine Partei mit dem „C“ im Namen das Kreuz instrumentalisiert für einen populistischen Landtags- Wahlkampf? Möge unsere Juni-KiM viele Menschen anregen, nicht nur die Gesundheit des eigenen Gewissens zu überprüfen, sondern auch all den unterschiedlichen aktuellen Spielarten von Gewissenlosigkeit entschiedener die Stirn zu bieten. Im Namen des Redaktionsteams grüßt Sie herzlich

  

Ihr

Christoph Seitz