Fair-Schenken an Weihnachten: der neue Stadtführer

„FairKaufen – FairSpeisen – FairKleiden“ hilft dabei!

„Jedes Jahr wieder reißt der Weihnachtsrummel die meisten von uns mit sich. Es ist ja auch schön: Die vielen Leckereien, Glitzerschmuck und Weihnachtslieder – aus dem Vollen schöpfen. Dennoch wollen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher auch bewusst und verantwortungsvoll genießen. Kein Problem, schenken Sie einfach etwas Nützliches, fair Gehandeltes. So tun Sie den Beschenkten und auch den Erzeugern etwas Gutes. Viele Produkte aus fairem Handel eignen sich hervorragend als Geschenk. Es gibt köstliche Schokoladen, Kaffees und Tees aus Entwicklungsländern, Blumen und Obst, Nüsse, Trockenfrüchte, Kosmetik, Textilien aus Baumwolle, Kunsthandwerk, Papierwaren, Spiele, Musikins - trumente … Alle fair gehandelten Produkte helfen Kleinbauern und Arbeitskräften in Plantagen und Fabriken in fernen, sozial unterentwickelten Ländern, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft nachhaltig zu sichern. Neben der Zahlung von gerechten Löhnen und sozialer Absicherung sind Produkte aus fairem Handel häufig auch biologisch erzeugt. Kein Wunder, denn Bio und Fair sind ein Duo, das optimal zusammenpasst.“ (Zitat Ökolandbau.de). Über den Preis, den wir für unsere Güter zu bezahlen bereit sind, entscheiden wir somit über die Verteilung von Reichtum und Armut. Der Marburger Stadtplan „FairKaufen – FairSpeisen – FairKleiden“ wurde erarbeitet von der „Steuerungsgruppe Fairer Handel" der Stadt Marburg. Hier können Sie sich orientieren, um die Bezugsquellen für fair gehandelte Produkte zu finden. Außerdem bekommen Sie einen Einblick in die verschiedenen Siegel und Näheres über die Kriterien des fairen Handels. Der Stadtplan ist an folgenden Verteilstationen erhältlich: Stadt Marburg, Weltladen, Contigo, Tourismus GmbH, Kirchen und bei allen Geschäften, die fair gehandelte Waren im Angebot haben. Roswitha Slemeyer

Editorial November 2018

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in den vergangenen Jahren wurde dem Islam sehr häufig ein ungeklärtes Verhältnis zur Gewalt unterstellt. Vorgehalten werden dessen Vertretern dann gerne Suren aus dem Koran, die zum Kampf gegen Andersgläubige und zur Eroberung der Welt aufrufen. Fakt ist, dass in den vergangenen Jahrzehnten viel Gewalt im Namen Allahs verübt wurde, allen voran durch Terrorgruppen wie Al-Quaida und Mitglieder des sogenannten Islamischen Staates. Fakt ist, dass es auch in Deutschland muslimische Gruppen und Moscheen gibt, die einer radikalisierenden Auslegung des Korans zugetan sind. Fakt ist aber auch, dass die überwiegende Mehrheit der Muslime nicht nur in unserem Land diese gewaltbereite Auslegung des Koran entschieden ablehnen und sich für ihre Lebensausrichtung eher auf die Suren im Koran berufen, die zu einem friedvollen Umgang mit den Mitmenschen aufrufen. Was wir Christinnen und Chris ten oft vergessen: Auch in der Bibel gibt es viele Abschnitte, die im Namen Gottes zur Gewalt aufrufen und die in der Geschichte der Christenheit oft als Rechtfertigung für gewaltvolles Handeln herhalten mussten. Selbst nach Reformation und Aufklärung war es in der Nazizeit möglich, Antisemitismus und die millionenfache Ermordung von Juden mit Stellen aus dem Johannesevangelium zu sanktionieren. Noch heute werden weltweit Homosexuelle von Christinnen und Christen unter Berufung auf einzelne Sätze aus Paulusbriefen diskriminiert und verfolgt. Und mitten in Deutschland wird die körperliche Züchtigung von Kindern immer noch gerne gerechtfertigt mit dem einem biblischen Satz aus dem Buch der Sprüche: „Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn; aber wer ihn lieb hat, züchtigt ihn beizeiten.“ (Spr. 13,24) Professor Rainer Kessler setzt sich in unserem Themenartikel mit einer der gewaltvollsten Erzählungen der Bibel auseinander und macht deutlich, wie nötig ein differenzierter Umgang mit der Quellschrift unseres christlichen Glaubens ist und bleibt, um der Gefahr der Einseitigkeit und der Radikalisierung zu entgehen. Im Namen der Redaktion wünsche ich Ihnen eine anregende KiM-Lektüre.

  

Ihr

Christoph Seitz