Überarbeitete Lutherbibel auf der Wartburg übergeben

Foto: Sascha Willms
Foto: Sascha Willms

Nach fünfjähriger Arbeit haben Theologen und Sprachwissenschaftler Mitte September auf der Wartburg eine neue Fassung der Lutherbibel vorgelegt. Die jüngste Revision von Martin Luthers Bibelübersetzung nahm für den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als Herausgeber Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm (re.) von dem Thüringer Altbischof Christoph Kähler (Kähler, li.) entgegen. Die Durchsicht der Fassung von 1984 wurde von einem Lenkungsgremium unter Leitung des Altbischofs koordiniert. Mit der Überarbeitung überprüften rund 70 Fachleute in Fachgruppen diese Fassung auf Treue zum biblischen Text. Mit dem Beschluss zur Durchsicht reagierte der Rat der EKD 2010 auf Fortschritte in der Forschung über biblische Schriften in Theologie und anderen Disziplinen. Die neue Bibel soll nach Korrekturen und Druck zum Reformationstag 2016 mit einem Gottesdienst in Eisenach und einem Festakt in Berlin offiziell eingeführt werden.

Editorial Juni 2019

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in den letzten Jahren haben wir uns nicht gescheut, auch einmal schwierige Themen in der KiM zu beleuchten. Das Thema dieser Ausgabe: „Missbrauch in der Kirche“ ist allerdings ein besonders heikles. Denn dabei geht es um das höchste Gut, das wir in unseren christlichen Gemeinden und Gruppen haben: Vertrauen. Es ist furchtbar, dass es in der Vergangenheit immer wieder geschehen konnte, dass vor allem Kinder und Jugendliche in christlichen Gruppen und kirchlichen Einrichtungen Opfer sexueller Gewalt wurden – leider immer wieder auch durch haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitende, denen sie vertraut haben oder von denen sie abhängig waren. Und es ist eine Schande, dass vieles, was da geschehen ist, oft jahrzehntelang vertuscht oder bagatellisiert wurde. Nicht nur wir in der KiM-Redaktion sind überzeugt, dass damit jetzt ein für allemal Schluss sein muss! Auch wenn „Missbrauch“ ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, von dem mindestens in gleicher Heftigkeit und Häufigkeit auch Vereine, Schulen und vor allem zahlreiche äußerlich ganz normale Familien betroffen sind, braucht es neue Ansätze und Impulse im Umgang mit diesem Thema – gerade auch um der Opfer willen! Und alle christlichen Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen sollten dabei beispielhaft vorangehen! Uns hat interessiert, wie in Marburgs Kirchenlandschaft über all diese Dinge nachgedacht wird und was (vielleicht längst) konkret geschieht. Unsere Redaktionsassistentin Ines Dietrich hat in diesem Zusammenhang interessante und wissenswerte Einblicke zusammengetragen. Und einen weiteren Impuls zu diesem Themenfeld hat dankenswerter Weise der bekannte katholische Theologe und psychologische Psychotherapeut Wunibald Müller unter der Fragestellung: „Was ist Pädophilie?“ beigesteuert.

 

Alles keine leichte Lese-Kost, aber in unseren Augen wichtig und notwendig!

 

Im Namen der Redaktion grüßt Sie herzlich

  

Ihr

Christoph Seitz