Überarbeitete Lutherbibel auf der Wartburg übergeben

Foto: Sascha Willms
Foto: Sascha Willms

Nach fünfjähriger Arbeit haben Theologen und Sprachwissenschaftler Mitte September auf der Wartburg eine neue Fassung der Lutherbibel vorgelegt. Die jüngste Revision von Martin Luthers Bibelübersetzung nahm für den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als Herausgeber Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm (re.) von dem Thüringer Altbischof Christoph Kähler (Kähler, li.) entgegen. Die Durchsicht der Fassung von 1984 wurde von einem Lenkungsgremium unter Leitung des Altbischofs koordiniert. Mit der Überarbeitung überprüften rund 70 Fachleute in Fachgruppen diese Fassung auf Treue zum biblischen Text. Mit dem Beschluss zur Durchsicht reagierte der Rat der EKD 2010 auf Fortschritte in der Forschung über biblische Schriften in Theologie und anderen Disziplinen. Die neue Bibel soll nach Korrekturen und Druck zum Reformationstag 2016 mit einem Gottesdienst in Eisenach und einem Festakt in Berlin offiziell eingeführt werden.

Editorial Oktober 2021

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung

Liebe Leserinnen und Leser,

 

 

italienische Küche steht bei uns Deutschen spätestens seit den 60er Jahren hoch im Kurs. Wer liebt nicht Pizza und Pasta? Inzwischen aber haben noch unzählig viel mehr neue Gerichte und internationale Geschmackserlebnisse Einzug gehalten. Ob griechisch, spanisch, indisch, libanesisch, chinesisch, afrikanisch, ob Donut, Döner, Burger oder Sushi – tatsächlich kochen und essen wir in unserem Land mittlerweile so international und bunt wie unsere vernetzte Welt faktisch ist. Und wir tun dies meist mit großer Neugier und Begeisterung. Wäre es da nicht ebenso spannend zu erfahren, was Menschen in all den Ländern, deren Essen wir so lieben, denken und glauben? Mal Hand aufs Herz: Was genau wissen wir schon vom Judentum oder vom Islam oder vom Buddhismus oder vom Hinduismus? Meist sind es doch nur wenige Elemente, Bruchstücke. Oder sogar nur Klischees und abgedroschene Vorurteile. Selbst innerhalb des Christentums gibt es viele Strömungen und Ausprägungen, die die Wenigsten wirklich kennen. Dabei leben wir alle in unserer Stadt schon lange zusammen mit vielen Menschen unterschiedlichster Glaubens- und Religionsausrichtung. Oft Tür an Tür. Religionszugehörigkeit und -praxis prägen den Blick auf das Leben und die Wertigkeiten der Dinge. Auch wenn man nicht sonderlich fromm ist. Und natürlich können da Sichtweisen und Wertigkeiten auch sehr verschieden sein. Manchmal sogar mit Konfliktpotential. Umso besser wäre es doch, wenn man einander besser kennen und verstehen lernen könnte. Der „Runde Tisch der Religionen“ ist dafür in unserer Stadt ein gutes Vorbild. Nadja Schwarzwäller erzählt in unserem Themenartikel von dem, was dieser „Runde Tisch“ in seiner langjährigen Arbeit bisher bewegen, anstoßen konnte. Und sie verschweigt auch nicht, was bei diesem Verständigungs- Projekt nur schwer gelingt. Ob wir es unabhängig von solchen Runden Tischen auch ganz persönlich wagen, mal auf jemanden zuzugehen, der ganz anders glaubt als wir selbst? Es könnte ja sein, wie beim Essen. Manches wird uns dabei vielleicht nicht schmecken oder sogar bitter aufstoßen. Aber anderes könnte zu einem zwischenmenschlichen und interreligiösen Genuss werden, den man dann gar nicht mehr missen möchte. Wie auch immer – ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen der Oktober-KiM! Im Namen der KiM-Redaktion grüßt Sie herzlich

 

Ihr

Christoph Seitz