KiM April 2018
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Editorial Juli/August 2018

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Silke Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

sie ist etwas kleiner als derNagel meines kleinen Fingers, eine Micro-SD-Speicherkarte. Für knapp 35 Euro gibt es sie mit einem Speichervolumen von 256 GB. Das reicht locker für alle Briefe, Hausarbeiten, Andachten und Predigten, die ich jemals verfasst habe, plus aller meiner Familienfilme und Fotos. Und wenn ich alle meine Bücher und meine ganze Schallplatten- und CD-Sammlung digitalisiert dazu packen würde, wäre auf diesem kleinen Wunderteil immer noch viel Platz für weitere Daten. Es ist schon verrückt, was da in den letzten Jahrzehnten in atemberaubenden Tempo technisch möglich geworden ist. Habe ich vor noch nicht allzu langer Zeit eher nach 22 Uhr (weil es deutlich günstiger war) mit dem Wählscheibentelefon meine Ferngespräche innerhalb Deutschlands geführt, steht mir heute mit meinem Smartphone ein leistungsstarker Kleincomputer zur Verfügung, mit dem ich über das Internet jederzeit und überall kostenfrei in die ganze Welt telefonieren kann.„Kostenfrei“ allerdings nur, wenn ich einwillige, dass man meine Daten für andere Zwecke nutzen kann. Überall in unserem Alltag hat digitale Technik Einzug gehalten und verändert das Leben immer schneller und tiefgreifender. Es gibt viele gute Entwicklungen, die das Leben erleichtern und manchmal sogar retten, denken wir nur an die Fortschritte in der Medizintechnik.Aber es gibt auch berechtigte Fragen. Z. B.: Was geschieht mit all den Daten, die da ständig gesammelt werden? Mitten in revolutionären Umwälzungsprozessen steht natürlich auch die gesamte Arbeitswelt. Schon ein Pfarramt ist heute nicht mehr zu organisieren ohne Computer und Internet. In anderen Bereichen verändert Digitalisierung ganze Berufe von Grund auf. Odermacht einige am Ende sogar entbehrlich. „Brauchen wir (u.a. auch deswegen nicht dringend) eine christliche Digital-Ethik?“, fragt Peter Grohme in unserem Themenartikel. Lesen und denken Sie sich mit hinein in eine Frage, die uns in den kommenden Jahren sicher noch häufig begegnen wird und zu der wir alle eine Haltung finden müssen!

 

Eine anregende KiM-Lektürewünscht Ihnen im Namen der gesamten Redaktion

  

Ihr

Christoph Seitz