KiM Juni 2016
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Editorial Juni 2016

Christoph Seitz, Chefredakteur
Christoph Seitz Redaktionsleitung (Foto: Marie Seitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Anspruch und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander. Und immer wieder liegt das am Geld. So bekundet ja seit Jahren nahezu jeder Politiker, dass es in unserem Land gleiche Bildungschancen für alle geben soll. Nur mehr kosten soll das nach Möglichkeit nicht. Oder in Sachen „Altersarmut“: Niemand, der ein Leben lang gearbeitet hat, soll im Alter in eine finanziell bedrohliche Lage geraten müssen – heißt es. Aber schon jetzt ist klar, dass die Altersarmut im Rahmen unseres derzeitigen Rentensystems dramatisch zunehmen wird. Ähnliches gilt für die Pflege im Alter. Auch hier wird es in der Pflegeversicherung in naher Zukunft dramatische finanzielle Engpässe geben, wenn die Rahmenbedingungen so bleiben wie jetzt. Und vor allem: Wer wird die Pflege leisten? Der Pflegeberuf muss attraktiver werden, wird gesagt – damit sich mehr junge Menschen für dieses Arbeitsfeld entscheiden. Dasselbe sagt man vom Beruf der Erzieherin, des Erziehers. Doch es ist klar: Mehr Attraktivität geht einher mit deutlich besserer Bezahlung. Wer aber wäre wirklich bereit, erheblich höhere Löhne zu finanzieren? Anspruch und Wirklichkeit – auch im Großen liegt beides oft weit auseinander. Die Fluchtursachen will man bekämpfen oder den Klimawandel bremsen. Doch dafür müsste man richtig viel Geld in die Hand nehmen. Nur – wer ist tatsächlich willens dazu? Wer wird sich tatsächlich dazu verstehen? Vor allem auch dann, wenn man dafür Abstriche am eigenen Wohlstand hinnehmen müsste? Anspruch und Wirklichkeit – auch in Sachen „Inklusion“ liegen sie an vielen Stellen noch weit auseinander. Und das liegt natürlich auch hier am Geld, aber oft – wie übrigens sonst auch – an der inneren Einstellung. Ines Dietrich wirft mit ihrem Themenartikel einen skizzenhaften Blick auf die derzeitige Lage in unserer Stadt, wo vieles auf einem guten Weg ist, aber manches noch viel besser sein könnte. Sonnige Stunden unter blauem Himmel – gerne mit der Juni- KiM in der Hand – wünscht Ihnen im Namen der Redaktion

  

Ihr

Christoph Seitz